Facebook Profil kopiert: Gefahr durch betrügerische Fake-Profile

18 Millionen geknackte E-Mail-Adressen: Datenhandel und Datenmissbrauch blüht. Auch in sozialen Netzwerken werden mit Betrügereien Nutzer wirtschaftlich und gesellschaftlich ins „Aus“ befördert. Nutzer gehen häufig noch zu sorglos mit ihren Daten um. Die Folge: hohe Kosten, Reputationsverlust und womöglich Ärger mit der Justiz.

Clone-Accounts beschädigen Nutzer-Reputation

Die Vorgehensweise ist klar: Der Facebook-Account wird von Betrügern komplett kopiert oder gehakt. Profilfoto, Freundesliste und veröffentlichten Inhalte werden 1:1 übernommen und Freundschaftsanfragen verschickt. Über den identischen Clone-Account erfolgt dann ein vertrauter Dialog. Häufig geht es den Betreibern des Zwillings-Profils darum, Paysafekarten zu bekommen, die der Facebook-Freund kauft und den Code per Privater Nachricht übermittelt. So oder über kostenpflichtige Telefonanrufe auf Sondernummern entsteht eine nicht unerhebliche Schädigung der Freunde. Die Polizei spricht hier von Betrug, empfiehlt neben der Meldung an Facebook in jedem Fall eine Anzeige.

Der Schaden des kopierten Facebook-Nutzers ist aber ein ganz anderer: mögliche Probleme mit der Justiz, vor allem aber eine nicht unerhebliche Reputationsschädigung. Sollte das Facebook-Konto gar gehakt worden sein, ist es für die Betrüger auch möglich, auf den PC des Nutzers zu gelangen.

Bewusstsein auch für Gefahren im Social Web schärfen

IT-Professorin Elisabeth Heinemann von der FH-Worms erklärt, warum es entscheidend ist, mit seinen Daten sorgsam umzugehen: „Es ist wichtig, mit vollem Bewusstsein nicht nur für die Möglichkeiten, sondern eben vor allem auch für die Gefahren im Social Web zu agieren“. Wer also im Internet aktiv ist, sollte sich mit den jeweiligen Privateinstellungen beschäftigen, Sicherheitssoftware regelmäßig aktualisieren und Datensicherungen durchführen.

Als jemand, der selbst viel im Web unterwegs ist, weiß Elisabeth Heinemann um die Gefahren, setzt ihre Posts z.B. in Facebook bewusst, weiß wann sie Dinge nur für Freunde und wann für die Allgemeinheit nutzt. Und sie ändert regelmäßig ihre Passwörter, gelegentlich auch die hinterlegte E-Mail-Adresse. Denn im schlimmsten Fall könnte ein gehacktes FB-Profil dazu führen, dass Trojaner auf den heimischen Computer gelangen und dort Daten ausspähen, die richtig unangenehm werden können, wie z.B. Kontozugangsdaten, erklärt Professor Elisabeth Heinemann. Ein großes Risiko stellen gerade bei Facebook auch immer Anwendungen dar, die mit dem eigenen Profil verknüpft sind wie z.B. Spiele oder Geburtstagskalender. Im Klartext heißt das für Facebook-Nutzer: Privatsphäre-Einstellungen überprüfen und bei allen Posts sowie der Freundeliste darauf achten mit wem man diese tatsächlich teilt.

Neue Facebook-Freunde genau betrachten

Wichtig ist es daher zu kontrollieren, ob man selbst zu einem der über 50 Millionen Fake-Konten gehört: die Google-Bilder-Rückwärtssuche hilft beim Aufspüren des eigenen Profilbildes. Denn laut Facebook-Börsenbericht von 2012 waren rund 5-6 Prozent der damaligen 845 Millionen Nutzerprofile Fakes, also entweder versehentliche Doppelanmeldungen oder eben betrügerische Accounts.

97 Prozent der gefakten Accounts tragen Frauennamen, sind an beiden Geschlechtern interessiert. Die durchschnittliche Zahl der Freunde eines ‚normalen‘ Accounts liegt bei 130, gefakte Accounts sind hier bei Durchschnittswerten um die 750, so die Studie der Sicherheitsfirma Barracuda Networks, die damals rund 3000 Facebook-Accounts untersucht hatte. Ein Indiz für ‚Fake‘: es gibt nur sehr selten Status-Updates, Foto-Tags sind dagegen sehr häufig gesetzt.

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